Spider Solitär

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Spider Solitär: drei Schwierigkeitsstufen und was sie wirklich bedeuten

Spider Solitär ist das Patience-Spiel mit zwei Kartenspielen, zehn Stapeln und einem klaren Ziel: Sie ordnen die Karten vom König bis zum Ass in gleicher Farbe, bis alle acht Reihen vom Tisch verschwunden sind. Auf dieser Seite spielen Sie die Variante mit einer Farbe, also die zugänglichste Stufe. Zwei weitere Stufen, mit zwei und mit vier Farben, finden Sie über die Links weiter unten.

Wie groß ist der Sprung zwischen den Stufen? Wir haben es gemessen. Derselbe Computerspieler, der nur die offenen Karten sieht und nie einen Zug zurücknimmt, gewann mit einer Farbe 52,8 % von 4.000 Partien. Mit zwei Farben waren es 5,7 %, mit vier Farben nur noch 0,2 %. Dieselbe Logik, dieselbe Suchtiefe, nur mehr Farben im Spiel. Diese Seite erklärt, warum das so ist und wie Sie mit guter Planung deutlich besser abschneiden als unser Programm.

Das Spiel ist kostenlos, läuft direkt im Browser und braucht weder Download noch Anmeldung. Teilen Sie einfach aus und lesen Sie nebenbei weiter.

Die Schwierigkeitsleiter auf einen Blick

Kennzahl1 Farbe2 Farben4 Farben
Gewonnene Partien unseres Computerspielers52,8 %5,7 %0,2 %
95-%-Bereich51,2-54,3 %5,0-6,5 %0,08-0,5 %
Fertig abgelegte Reihen pro Partie (von 8)4,960,8250,045
Partien mit mindestens 4 fertigen Reihen56,9 %6,3 %0,2 %
Ausgeteilte Partien4.0004.0002.000

Zum Vergleich: Eine Studie der University of St Andrews (Blake & Gent, Journal of Artificial Intelligence Research, 2026) kommt für Spider mit vier Farben auf eine Gewinnbarkeit von 98,5 % (±1,5 %), allerdings für einen Löser, der jede verdeckte Karte kennt. Fast jedes Spiel ist also lösbar. Die Schwierigkeit liegt nicht im Austeilen, sondern im Planen.

So wird Spider Solitär hier gespielt

  • Karten: 104 Karten, also zwei vollständige Spiele. Auf dieser Stufe haben alle Karten dieselbe Farbe.
  • Aufbau: zehn Stapel, vier mit je sechs und sechs mit je fünf Karten. Nur die unterste Karte jedes Stapels liegt offen.
  • Anlegen: Jede Karte darf auf eine Karte gelegt werden, die einen Rang höher ist, eine Acht also auf eine Neun.
  • Verschieben: Mehrere Karten bewegen Sie nur gemeinsam, wenn sie eine lückenlose Folge in gleicher Farbe bilden.
  • Leere Stapel: In ein leeres Feld darf jede Karte oder Folge.
  • Nachgeben: Der Talon hält 50 Karten. Ein Klick legt auf jeden der zehn Stapel eine neue Karte. Liegt dabei ein Stapel leer, warnt Sie das Spiel.
  • Ziel: Eine vollständige Reihe vom König bis zum Ass in gleicher Farbe wird automatisch abgelegt. Sind alle acht Reihen weg, haben Sie gewonnen.

Warum jede zusätzliche Farbe so viel kostet

Der Kern liegt in einer einzigen Regel: Anlegen dürfen Sie in jeder Farbe, verschieben aber nur Folgen in gleicher Farbe. Mit einer Farbe ist jede geordnete Folge automatisch auch eine bewegliche Folge. Mit zwei Farben entstehen gemischte Folgen, die zwar ordentlich aussehen, aber festsitzen. Mit vier Farben passiert das fast bei jedem Zug.

Unsere Messung zeigt das deutlich an den fertigen Reihen. Mit einer Farbe legte der Computerspieler im Schnitt fast fünf von acht Reihen ab, über alle Partien gerechnet. Mit zwei Farben war es weniger als eine Reihe pro Partie, mit vier Farben praktisch keine. Und während mit einer Farbe 56,9 % der Partien mindestens vier fertige Reihen erreichten, waren es mit zwei Farben nur 6,3 %. Der Unterschied entsteht also nicht erst am Schluss, sondern schon im Mittelspiel.

Einen Hinweis aus echten Spielerdaten gibt es auch: solitairex.io ordnet auf seiner Seite Spider mit einer Farbe in die Gruppe mit 70-84 % Gewinnquote ein und Spider mit vier Farben bei höchstens 11 %. Die Methode dahinter ist nicht veröffentlicht, deshalb nennen wir diese Werte nur als grobe Orientierung. Sie zeigen aber, dass Menschen mit Überlegung und Rückgängig-Funktion deutlich mehr gewinnen als unser Programm.

Welche Stufe passt zu Ihnen?

  • Neu bei Spider: Bleiben Sie bei einer Farbe, bis Sie die meisten Partien gewinnen. Hier lernen Sie, Stapel zu leeren und den Talon im richtigen Moment zu nutzen. Mehr dazu auf der Seite Spider Solitär mit einer Farbe.
  • Sicher mit einer Farbe: Wechseln Sie zu Spider Solitär mit 2 Farben. Rechnen Sie mit mehr Niederlagen und nutzen Sie Rückgängig großzügig.
  • Auf der Suche nach der echten Herausforderung: Spider Solitär mit 4 Farben verlangt Geduld, Voraussicht und viele Versuche.

Planen statt raten: fünf Grundsätze

1. Ein leerer Stapel ist die wertvollste Ressource

In unseren Partien mit einer Farbe hat der Computerspieler nur in 1,3 % der Spiele einen Stapel geleert, bevor er zum ersten Mal nachgab. Von diesen 52 Partien gewann er aber 51. Ein frühes leeres Feld ist selten, doch wenn Sie es schaffen, steigen Ihre Chancen enorm.

2. Zuerst die kurzen Stapel

Sechs Stapel beginnen mit nur fünf Karten. Wer hier gezielt aufdeckt, kommt am schnellsten an ein leeres Feld.

3. Gleiche Farbe vor schöner Ordnung

Ab zwei Farben gilt: Eine Karte auf eine gleichfarbige Karte zu legen ist fast immer besser als auf eine andersfarbige, auch wenn beide passen.

4. Erst ordnen, dann nachgeben

Jedes Nachgeben legt auf alle zehn Stapel eine Karte und kann mühsam gebaute Folgen zudecken. Geben Sie erst nach, wenn Sie keinen sinnvollen Zug mehr haben.

5. Rückgängig ist ein Werkzeug

Unser Computerspieler nimmt nie einen Zug zurück. Sie dürfen das beliebig oft. Probieren Sie zwei Wege aus und behalten Sie den besseren.

Unsere Untersuchung Schritt für Schritt

Wir wollten wissen, wie schwer die drei Spider-Stufen auf genau dieser Seite sind, mit genau diesen Regeln. Deshalb hat unser Team im September 2026 eine eigene Simulation durchgeführt.

  1. Regeln aus dem Spielcode lesen. Wir haben den Code des Spiels auf dieser Seite gelesen: 104 Karten, zehn Stapel mit sechs beziehungsweise fünf Karten, 50 Karten im Talon ohne neues Austeilen, Anlegen in jeder Farbe, Verschieben nur in gleicher Farbe, jede Karte in leere Felder. Eine Regel haben wir angenommen: dass Sie nicht nachgeben dürfen, solange ein Stapel leer ist. Das Spiel zeigt an dieser Stelle eine Warnung; das genaue Verhalten haben wir nicht im Browser geprüft.
  2. Das Spiel als Programm nachbauen. Die Regeln wurden als Programm umgesetzt, das nur erlaubte Züge ausführt.
  3. Nummerierte Partien austeilen. Jede Partie entsteht aus einer festen Startzahl (Seeds 100001 bis 104000). So lässt sich jede Partie exakt wiederholen.
  4. Den Spieler festlegen. Ein Computerspieler, der nur die offenen Karten sieht, vor jedem Zug 250 mögliche Stellungen durchrechnet und nie einen Zug zurücknimmt. Sein Ergebnis ist eine Untergrenze: Ein geduldiger Mensch mit Rückgängig schafft mehr.
  5. Durchspielen. 4.000 Partien mit einer Farbe, 4.000 mit zwei und 2.000 mit vier Farben.
  6. Mit der Forschung vergleichen. Für vier Farben nennt die Studie von Blake & Gent 98,5 % mit Kenntnis aller Karten. Einen solchen Löser haben wir für Spider nicht gebaut, deshalb sind unsere Zahlen nicht direkt vergleichbar.
  7. Die Unsicherheit angeben. Der 95-%-Bereich zeigt, wo der wahre Wert mit hoher Sicherheit liegt. Bei einer Farbe: zwischen 51,2 % und 54,3 %.
  8. Grenzen benennen. Mit zwei und vier Farben ist unser Computerspieler schwach. Diese Zahlen zeigen, wie hart Spider ohne Vorausplanung und ohne Rückgängig ist, nicht wie oft ein Spiel lösbar ist.

Die Technik dahinter

Die Simulation ist in Python 3.11 geschrieben, nur mit der Standardbibliothek. Das Modul spider.py enthält Regeln und Computerspieler, ein gemeinsames Skript runner.py verteilt die Partien auf 19 Prozesse eines Rechners mit 20 Kernen. Vor jedem Zug sucht der Computerspieler nach der Folge von Zügen mit der besten Bewertung: Punkte für gleichfarbige Folgen und leere Stapel, Abzüge für verdeckte Karten. Die Gewichte haben wir an den Seeds 1 bis 30 eingestellt und die gemessenen Partien bewusst ab Seed 100001 ausgeteilt, damit die Einstellung das Ergebnis nicht schönt. Der 95-%-Bereich ist ein Wilson-Intervall. Die Läufe dauerten etwa 21 Minuten (1 Farbe), 14 Minuten (2 Farben) und 3,5 Minuten (4 Farben).

Beim Schreiben und Prüfen des Codes sowie beim Entwurf dieses Textes hat uns ein KI-Assistent geholfen (Claude von Anthropic). Die Zahlen stammen nicht von der KI: Jede einzelne ist das Ergebnis des ausgeführten Codes, und unser Team hat sie vor der Veröffentlichung mit der Fachliteratur abgeglichen.

Von Admin, spidersolitairekostenlos.de. Stand der Untersuchung: 18. September 2026.

Häufig gestellte Fragen

Ist jede Partie Spider Solitär lösbar?

Nicht jede, aber fast jede. Für vier Farben nennt die Forschung 98,5 %, wenn man alle Karten kennt. Ohne diesen Einblick verlieren Sie trotzdem öfter, weil verdeckte Karten Überraschungen bringen.

Warum gewinnt Ihr Computerspieler so selten?

Weil er nichts zurücknimmt und nicht weit vorausplant. Das ist Absicht: So zeigt er, wie viel eine Stufe von Ihnen verlangt, wenn Sie einfach drauflosspielen.

Mit welcher Stufe sollte ich anfangen?

Mit einer Farbe. Hier gewann schon unser einfaches Programm mehr als die Hälfte der Partien.

Brauche ich ein Konto oder eine App?

Nein. Das Spiel läuft kostenlos in jedem modernen Browser auf Computer, Tablet und Smartphone, ohne Download und ohne Anmeldung.

Welche Hilfen gibt es im Spiel?

Tipp, unbegrenztes Rückgängig, Neustart, automatisches Beenden einer gelösten Partie, Ziehen und Ablegen oder Antippen, dazu Zoom für größere Karten, Vollbild und verschiedene Tischfarben. Der Ton lässt sich abschalten.

Was kann ich sonst noch spielen?

Wer es offener mag, probiert FreeCell, bei dem alle Karten sichtbar sind. Eine zweite Patience mit zwei Kartenspielen ist Diplomat Solitär. Alle Spiele stehen auf der Spieleübersicht, Hintergründe im Blog.