Baker's Solitär: FreeCell mit der Strenge von Spider
Baker's Solitär sieht aus wie FreeCell: alle Karten offen, vier freie Zellen, acht Stapel. Der Unterschied liegt in einer Regel, die Spider-Spielern vertraut vorkommt: Sie dürfen nur in gleicher Farbe anlegen. Dazu kommt auf dieser Seite eine zweite Einschränkung: In ein leeres Feld darf nur ein König.
Wie stark diese beiden Regeln das Spiel verändern, hat uns selbst überrascht. Ein Löser, der jede Partie bis zum Ende durchrechnet, fand für 31,8 % von 10.000 Partien einen Weg zum Sieg. Alle übrigen 68,2 % sind nachweislich nicht zu gewinnen, egal wie gut Sie spielen. Zum Vergleich: Bei FreeCell war keine einzige unserer 10.000 Partien nachweislich unlösbar.
Baker's Solitär in Zahlen
| Kennzahl | Wert | Grundlage |
|---|---|---|
| Lösbar mit den Regeln dieser Seite (nur Könige in leere Felder) | 31,8 % (95-%-Bereich 30,9-32,8 %) | 10.000 Partien, jede vollständig entschieden |
| Nachweislich unlösbar | 68,2 % | 10.000 Partien |
| Lösbar mit der klassischen Regel (jede Karte in leere Felder) | 76,0 % (74,1-77,8 %) | 2.000 Partien, nur zum Vergleich |
| Veröffentlicht für die klassische Regel | 75,05 % | Blake & Gent, JAIR 2026 |
| Ass gleich zu Beginn spielbar | 49,7 % | 10.000 Partien |
| Länge der ersten gefundenen Lösung | rund 39 Züge | 3.184 gelöste Partien |
Die Regeln auf dieser Seite
- 52 Karten werden offen auf acht Stapel verteilt, vier mit sieben und vier mit sechs Karten.
- Vier freie Zellen nehmen je eine Karte auf.
- Auf den Stapeln legen Sie absteigend in derselben Farbe an: die Kreuz-Sieben auf die Kreuz-Acht.
- In ein leeres Feld darf nur ein König.
- Die Ablagestapel bauen Sie je Farbe vom Ass bis zum König.
- Mehrere Karten bewegen Sie nur mithilfe freier Zellen; leere Felder zählen dabei nicht mit.
Eine Regel halbiert die Chancen
In der Fachliteratur heißt dieses Spiel Baker's Game, und dort darf jede Karte in ein leeres Feld. Mit dieser klassischen Regel kam unser Löser auf 76,0 % lösbare Partien, fast genau der veröffentlichte Wert von 75,05 %. Das bestätigt, dass unser Programm richtig rechnet.
Auf dieser Seite darf jedoch nur ein König in ein leeres Feld. Damit fällt die Lösbarkeit von rund drei Vierteln auf knapp ein Drittel. Ein leeres Feld, sonst das wertvollste Werkzeug jeder Patience, wird hier zur Wartehalle für Könige.
Die Verwandtschaft mit Spider
Wer Spider mit zwei oder vier Farben spielt, kennt das Problem: Nur gleichfarbige Folgen sind wirklich nützlich. Baker's Solitär treibt das auf die Spitze, weil Sie gar nicht erst andersfarbig anlegen dürfen. Der Unterschied: Bei Baker's sehen Sie alle Karten und können die Partie von Anfang an durchplanen. Bei Spider decken Sie erst nach und nach auf.
Deshalb eignet sich Baker's gut als Übung für Spider mit mehreren Farben: Sie lernen, jede Farbe als eigenen Strang zu denken.
Planung für Baker's Solitär
Die Könige zuerst zählen
Da nur Könige leere Felder füllen, entscheidet ihre Lage viel. Ein König ganz unten in einem Stapel ist gut, ein König mitten im Stapel ist ein Hindernis.
Einen Stapel nur leeren, wenn ein König bereitsteht
Ein leeres Feld ohne König bringt nichts außer der Hoffnung, dass einer frei wird.
Zellen noch sparsamer nutzen als bei FreeCell
Weil leere Felder bei Mehrkartenzügen nicht helfen, sind die vier Zellen Ihr einziger Spielraum.
Mit dem Ass beginnen
In 49,7 % unserer Partien war gleich zu Beginn ein Ass spielbar. Planen Sie in den anderen Partien zuerst den Weg zum am wenigsten verschütteten Ass.
Nicht an sich zweifeln
Mehr als zwei Drittel der Partien sind unlösbar. Wenn Sie festsitzen, liegt das oft an der Verteilung, nicht an Ihnen. Neustart oder neue Partie ist dann völlig in Ordnung.
Unsere Untersuchung Schritt für Schritt
Im September 2026 hat unser Team untersucht, wie viele Partien Baker's Solitär auf dieser Seite überhaupt gewonnen werden können.
- Regeln aus dem Code. Wie FreeCell, aber Anlegen nur in gleicher Farbe, nur Könige in leere Felder, und leere Felder zählen nicht für Mehrkartenzüge.
- Nachbau. Das Spiel als Programm, das nur erlaubte Züge macht.
- Austeilen. 10.000 nummerierte Partien (Seeds 1 bis 10.000) mit den Regeln dieser Seite, dazu 2.000 Partien mit der klassischen Regel.
- Löser. Eine Suche, die jeweils die vielversprechendste Stellung zuerst untersucht, mit einer Grenze von 200.000 Stellungen. Bei Baker's reichte das für jede Partie: Keine blieb unentschieden, jede ist also entweder gelöst oder bewiesen unlösbar.
- Gegenprobe. Die ersten fünf Partien hat eine unabhängige zweite Suche erneut durchgerechnet, mit demselben Ergebnis.
- Vergleich. Mit der klassischen Regel 76,0 % gegenüber 75,05 % bei Blake & Gent: Das stimmt überein.
- Unsicherheit. Der 95-%-Bereich für die Regeln dieser Seite reicht von 30,9 % bis 32,8 %.
- Grenzen. Die gefundenen Lösungen sind nicht unbedingt die kürzesten. Die Zahl von rund 39 Zügen beschreibt nur die erste gefundene Lösung.
Die Technik dahinter
Baker's Solitär läuft im selben Python-Modul wie FreeCell, freecell.py, mit anderen Regeln: Anlegen nur gleichfarbig, nur Könige in leere Felder. Geschrieben ist es in Python 3.11 ohne Zusatzbibliotheken. Jede Stellung wird in einer einheitlichen Form gespeichert, sodass keine doppelt untersucht wird, und Karten wandern nur automatisch auf die Ablage, wenn das nachweislich nichts verbaut. runner.py verteilt die Partien auf 19 Prozesse; der Lauf mit 10.000 Partien dauerte etwa 16 Minuten, der Vergleichslauf mit der klassischen Regel rund 3 Minuten. Für die 95-%-Bereiche nutzen wir Wilson-Intervalle.
Beim Schreiben und Prüfen des Programms sowie beim Entwurf dieses Textes half ein KI-Assistent, Claude von Anthropic. Alle Zahlen stammen aus dem Programmlauf, nicht aus der KI, und wurden von unserem Team mit der veröffentlichten Studie verglichen.
Von Admin, spidersolitairekostenlos.de. Stand der Untersuchung: 18. September 2026.
Häufig gestellte Fragen
Warum verliere ich bei Baker's so oft?
Weil mit den Regeln dieser Seite mehr als zwei Drittel der Partien nachweislich nicht zu gewinnen sind.
Was ist der Unterschied zu FreeCell?
Bei FreeCell legen Sie in abwechselnden Farben an und dürfen jede Karte in ein leeres Feld. Das macht fast jede Partie lösbar.
Woher kommt der Name?
In der Literatur heißt das Spiel Baker's Game. Es wird oft als Vorläufer von FreeCell genannt.
Hilft mir Baker's bei Spider?
Ja. Beide Spiele belohnen es, Farben sauber getrennt zu halten. Probieren Sie danach Spider mit 2 Farben.
Ist das Spiel kostenlos?
Ja, ohne Download und ohne Anmeldung, in jedem modernen Browser. Weitere Spiele stehen auf der Spieleübersicht.

