Klondike Solitär: der Klassiker neben Spider
Auf dieser Seite dreht sich fast alles um Spider. Klondike ist trotzdem das Spiel, das die meisten Menschen meinen, wenn sie „Solitär“ sagen: sieben Stapel, ein Nachziehstapel und vier Ablagen, die von Ass bis König gefüllt werden. Hier spielen Sie Klondike mit einer Karte pro Zug, kostenlos und ohne Anmeldung.
Wie gut stehen Ihre Chancen? Ein einfaches Programm, das nur die offenen Karten sieht und nie einen Zug zurücknimmt, hat 42,3 % von 10.000 Partien gewonnen. Damit liegt Klondike auf unserer Schwierigkeitsleiter genau zwischen Spider mit einer Farbe (52,8 %) und Spider mit zwei Farben (5,7 %). Wer Spider schon kennt, findet hier also ein Spiel, das etwas mehr Glück braucht als Spider mit einer Farbe, aber weit gnädiger ist als die schwereren Spider-Stufen.
Name und Verbreitung
Woher der Name Klondike stammt, ist nicht geklärt. Einige Autoren vermuten einen Bezug zum Goldrausch am Klondike im kanadischen Yukon Ende des 19. Jahrhunderts, einen Beleg dafür gibt es aber nicht (Wikipedia). Gut belegt ist dagegen, wie das Spiel weltweit bekannt wurde: Microsoft lieferte es ab 1990 mit Windows 3.0 aus (Microsoft Solitaire; siehe auch Klondike (Patience)). Im Deutschen heißt diese Art Kartenspiel für eine Person traditionell „Patience“.
Kleines Klondike-Wörterbuch
- Tableau: die sieben Stapel in der Mitte. Der erste hat eine Karte, der siebte sieben. Nur die oberste Karte jedes Stapels liegt offen.
- Ablagen (Foundations): vier Plätze oben rechts, einer pro Farbe. Hier bauen Sie von Ass bis König auf.
- Talon (Nachziehstapel): die 24 übrigen Karten, verdeckt oben links.
- Abwurf: die offene Karte neben dem Talon, die Sie gerade gezogen haben.
- Durchgang: einmal den ganzen Talon durchziehen. Hier dürfen Sie beliebig oft neu durchgehen.
Klondike-Regeln im Detail
- Im Tableau legen Sie absteigend und in abwechselnden Farben an: eine rote Sieben auf eine schwarze Acht, eine schwarze Sechs auf die rote Sieben.
- Offene Folgen dürfen Sie als Ganzes verschieben.
- Wird eine verdeckte Karte frei, dreht das Spiel sie um.
- Ein leerer Stapel darf nur mit einem König (samt der Folge darunter) belegt werden.
- Aus dem Talon ziehen Sie jeweils eine Karte. Ist er leer, beginnen Sie einen neuen Durchgang; eine Grenze gibt es nicht.
- Gewonnen ist die Partie, wenn alle 52 Karten auf den Ablagen liegen.
Möchten Sie lieber mit drei Karten pro Zug spielen, finden Sie diese Variante unter Klondike, 3 Karten.
Ihre erste Partie in sieben Schritten
- Asse und Zweien zuerst. Liegt ein Ass offen, gehört es sofort auf die Ablage. Zweien folgen, sobald das passende Ass liegt.
- Den längsten verdeckten Stapel anpeilen. Rechts liegen bis zu sechs verdeckte Karten übereinander. Dort stecken die meisten Überraschungen.
- Erst das Tableau, dann der Talon. Prüfen Sie alle Züge zwischen den Stapeln, bevor Sie eine neue Karte ziehen.
- Einen leeren Stapel nicht verschenken. Er nimmt nur Könige auf. Leeren Sie ihn erst, wenn ein König bereitliegt.
- Bei zwei gleich guten Zügen: nehmen Sie den, der eine verdeckte Karte freilegt.
- Nicht alles sofort ablegen. Eine rote Fünf auf der Ablage fehlt Ihnen, wenn Sie später eine schwarze Vier unterbringen müssen.
- Rückgängig nutzen. Es ist unbegrenzt verfügbar. Probieren Sie eine Linie aus, und wenn sie nichts bringt, gehen Sie zurück.
Was wir über Klondike gemessen haben
| Messung | Ergebnis | Partien | Methode |
|---|---|---|---|
| Siege eines einfachen Programms ohne Vorausschau | 42,3 % (41,3-43,3 %) | 10.000 | Regelbasiertes Programm, sieht nur offene Karten |
| Vom Löser gewonnen, wenn er alle Karten kennt | 76,6 % | 1.000 | Suche mit bis zu 150.000 Stellungen |
| Nachweislich unlösbar | 2,1 % | 1.000 | dieselbe Suche |
| Unentschieden (Suchgrenze erreicht) | 21,3 % | 1.000 | dieselbe Suche |
| Partien mit mindestens einem verdeckten Ass | 88 % | 10.000 | Auswertung der Verteilung |
| Kein einziger Zug unter den sieben offenen Karten | 8,6 % | 10.000 | Auswertung der Verteilung |
| Durchgänge durch den Talon in gewonnenen Partien | 2,3 im Schnitt | 4.229 Siege | Regelbasiertes Programm |
Der Löser gewinnt also mindestens 76,6 % und höchstens 97,9 % aller Partien (76,6 % plus die 21,3 % unentschiedenen). Die Studie von Blake und Gent (JAIR 2026) nennt für diese Variante 90,48 %, genau in unserem Bereich. Zum Vergleich mit echten Menschen: Auf solitairex.io wurden in einem Monat vor dem 16. Juli 2025 913.106 klassische Partien gespielt, 44,8 % davon gewonnen (Quelle).
Klondike aus Spider-Sicht
Spider und Klondike teilen die Grundidee: absteigend anlegen, verdeckte Karten freispielen, leere Stapel klug nutzen. Die Unterschiede sind aber lehrreich:
- Farbwechsel statt gleicher Farbe. In Klondike müssen Farben abwechseln. Dadurch passen weniger Karten aufeinander als in Spider mit einer Farbe.
- Ablage während des Spiels. In Spider räumen Sie ganze Folgen von König bis Ass ab. In Klondike wandert jede Karte einzeln auf die Ablage, und zwar jederzeit.
- Nur Könige in leere Stapel. In Spider darf jede Karte in eine leere Spalte. In Klondike ist ein leerer Stapel wertlos, solange kein König frei ist.
Unsere Zahlen passen dazu: Ein Programm ohne Vorausschau gewinnt Klondike seltener als Spider mit einer Farbe (42,3 % gegenüber 52,8 %), aber viel häufiger als Spider mit zwei Farben (5,7 %).
So spielen Sie hier
Klondike läuft direkt im Browser auf Computer, Tablet und Handy, ohne Download, ohne Konto und ohne E-Mail-Adresse. Große, gut lesbare Karten und eine Zoom-Funktion schonen die Augen. Tipp, unbegrenztes Rückgängig, Neustart und automatisches Ablegen stehen jederzeit bereit. Karten lassen sich ziehen oder antippen. Siege, Zeit und Züge der aktuellen Partie werden mitgezählt, Ton lässt sich abschalten, Vollbild und Tischfarbe sind wählbar.
Unsere Untersuchung Schritt für Schritt
Unser Team wollte im September 2026 wissen, wie gewinnbar Klondike mit genau den Regeln dieser Seite ist.
- Regeln aus dem Code. Wir haben den Spielcode dieser Seite gelesen: eine Karte pro Zug, unbegrenzte Durchgänge, nur Könige in leere Stapel. Diese Seite nutzt dasselbe Spiel wie unsere übrigen Klondike-Seiten; das haben wir im Code verglichen.
- Nachbau und Prüfung. Wir haben das Spiel als Programm nachgebaut und über 2.000 Partien geprüft, dass es nur erlaubte Züge macht.
- Austeilen. Jede Partie entsteht aus einer Nummer, sodass sich jede Verteilung exakt wiederholen lässt.
- Zwei Spieler. Ein regelbasiertes Programm, das nur sieht, was Sie sehen, und nie zurücknimmt (die Untergrenze). Dazu ein Löser, der alle Karten kennt (die Obergrenze).
- Durchführung. 10.000 Partien für das Programm, 1.000 für den Löser mit bis zu 150.000 Stellungen je Partie.
- Vergleich mit der Forschung. Der veröffentlichte Wert von 90,48 % liegt in unserem Bereich von 76,6 bis 97,9 %.
- Fehlerbereich. „41,3-43,3 %“ heißt: Mit 95 % Sicherheit liegt der wahre Wert des Programms in diesem Bereich.
- Grenzen. Ein Fünftel der Löser-Partien blieb unentschieden, daher die breite Spanne. Menschen mit Rückgängig schlagen das einfache Programm leicht.
Die Technik dahinter
Beide Spieler stecken im Python-Modul klondike.py (Python 3.11, nur Standardbibliothek). Das Programm arbeitet eine feste Rangliste von Zugarten ab. Der Löser ist eine Tiefensuche, die sich besuchte Stellungen merkt und keine zweimal prüft. runner.py verteilt die Partien mit dem Modul multiprocessing auf 19 Prozesse. Die 95-%-Bereiche sind Wilson-Intervalle. Beim Programmieren, beim Prüfen des Codes und beim Entwurf dieses Textes hat uns ein KI-Assistent geholfen: Claude von Anthropic. Die Zahlen selbst stammen allein aus dem Programmlauf; unser Team hat sie mit der veröffentlichten Forschung abgeglichen.
Von Admin, spidersolitairekostenlos.de. Stand der Untersuchung: 18. September 2026.
Häufig gestellte Fragen
Ist Klondike leichter als Spider?
Leichter als Spider mit zwei oder vier Farben, etwas schwerer als Spider mit einer Farbe, wenn man unser einfaches Programm als Maßstab nimmt. Mit Planung und Rückgängig gewinnen Sie in allen Spielen deutlich öfter.
Warum darf ich einen leeren Stapel nicht mit einer Dame belegen?
So sind die klassischen Regeln: Nur ein König darf einen leeren Stapel eröffnen. Deshalb lohnt es sich, einen König bereitzuhalten, bevor Sie einen Stapel leeren.
Wie oft darf ich den Nachziehstapel durchgehen?
So oft Sie möchten. Gewonnene Partien unseres Programms brauchten im Schnitt gut zwei Durchgänge.
Was bedeutet es, wenn gar kein Zug möglich ist?
Das kommt vor: In 8,6 % unserer Verteilungen gab es unter den sieben offenen Karten keinen Zug. Dann beginnt das Spiel mit dem Talon, verloren ist es damit noch nicht.
Wo finde ich weitere Spiele?
Zwei Kartenspiele gleichzeitig gibt es bei Doppel-Solitär, Spider mit einer Farbe auf der Startseite, alle Spiele in der Übersicht.