Spider Solitär mit 4 Farben: fast immer lösbar, selten gewonnen
Spider mit vier Farben gilt als Königsdisziplin der Patiencen, und die Zahlen geben diesem Ruf recht, allerdings auf überraschende Weise. Forscher der University of St Andrews haben berechnet, dass 98,5 % aller Partien lösbar sind, wenn man jede verdeckte Karte kennt. Unser eigener Computerspieler, der nur die offenen Karten sieht und nie zurückgeht, gewann dagegen 0,2 %: 4 von 2.000 Partien.
Zwischen diesen beiden Zahlen liegt alles, was Spider mit vier Farben ausmacht: Planung, Geduld und die Bereitschaft, Züge zurückzunehmen und neue Wege zu probieren. Das Austeilen ist fast nie das Problem. Die Entscheidungen sind es.
Die Zahlen hinter der Königsdisziplin
| Wer spielt? | Ergebnis | Quelle |
|---|---|---|
| Löser mit Kenntnis aller Karten | 98,5 % lösbar (±1,5 %) | Blake & Gent, JAIR 2026 |
| Echte Spieler (Einordnung) | höchstens 11 % | solitairex.io, Methode nicht veröffentlicht |
| Unser Computerspieler ohne Rückgängig | 0,2 % (95-%-Bereich 0,08-0,5 %) | eigene Simulation, 2.000 Partien |
| Fertige Reihen pro Partie (unser Programm) | 0,045 von 8 | eigene Simulation |
| Stapel vor dem ersten Nachgeben geleert | 6 von 2.000 Partien (0,3 %), davon 2 gewonnen | eigene Simulation |
Die Stufenleiter im Vergleich
| 1 Farbe | 2 Farben | 4 Farben | |
|---|---|---|---|
| Gewonnen (unser Programm) | 52,8 % | 5,7 % | 0,2 % |
| Fertige Reihen pro Partie | 4,96 | 0,825 | 0,045 |
| Mindestens 4 fertige Reihen | 56,9 % | 6,3 % | 0,2 % |
Jede zusätzliche Farbe teilt die Erfolgsquote unseres Programms nicht nur, sie lässt sie beinahe verschwinden. Bei vier Farben schaffte unser Programm im Schnitt nicht einmal ein Zwanzigstel einer fertigen Reihe pro Partie.
Die Regeln bei vier Farben
Gespielt wird mit zwei vollständigen Kartenspielen in allen vier Farben: Pik, Herz, Karo und Kreuz, jede doppelt. Zehn Stapel (vier mit sechs, sechs mit fünf Karten) liegen aus, nur die unterste Karte ist offen. 50 Karten bilden den Talon, aus dem Sie fünfmal je eine Karte auf jeden Stapel verteilen.
- Eine Karte darf auf jede Karte gelegt werden, die einen Rang höher ist, unabhängig von der Farbe.
- Gemeinsam verschieben dürfen Sie nur Folgen in einer einzigen Farbe.
- Abgelegt wird nur eine vollständige Reihe vom König bis zum Ass in derselben Farbe.
- Leere Felder nehmen jede Karte oder gleichfarbige Folge auf.
Warum Menschen hier besser sind als unser Programm
Unser Computerspieler rechnet vor jedem Zug 250 Stellungen voraus. Das reicht bei einer Farbe gut, bei vier Farben nicht einmal im Ansatz. Die meisten Stellungen wirken ähnlich gut, bis mehrere Züge später eine Folge endgültig festsitzt. Menschen haben zwei Vorteile: Sie denken in Zielen („diesen Stapel will ich leeren“), und sie können mit Rückgängig verschiedene Pläne ausprobieren.
Ein Plan für vier Farben
1. Den ersten leeren Stapel erarbeiten
In unseren 2.000 Partien wurde nur sechsmal ein Stapel frei, bevor zum ersten Mal nachgegeben wurde. Zwei dieser sechs Partien gewann der Computerspieler, weit mehr als seine 0,2 % insgesamt. Die Zahl ist zu klein für eine feste Aussage, deckt sich aber mit den anderen Stufen: Ohne leeres Feld ist Spider mit vier Farben kaum zu schaffen.
2. Gleiche Farbe hat Vorrang
Legen Sie eine Karte nur dann auf eine andersfarbige, wenn Sie damit eine verdeckte Karte freispielen oder einen Stapel leeren.
3. Das Nachgeben planen
Vor jedem Austeilen sollten möglichst viele gleichfarbige Folgen sauber liegen. Zehn neue Karten legen sich sonst über Ihre Arbeit.
4. Rückgängig ohne schlechtes Gewissen
Wenn 98,5 % der Partien mit Kenntnis aller Karten lösbar sind, ist eine Partie selten von vornherein verloren. Oft gibt es einen anderen Weg. Gehen Sie zurück und probieren Sie ihn.
5. Geduld mit sich selbst
Selbst bei echten Spielern liegt die Gewinnquote laut solitairex.io bei höchstens 11 %. Jede gewonnene Partie mit vier Farben ist eine echte Leistung.
Unsere Untersuchung Schritt für Schritt
Im September 2026 wollte unser Team herausfinden, wie viel Planung Spider mit vier Farben auf dieser Seite wirklich verlangt.
- Regeln aus dem Code. 104 Karten in vier Farben, zehn Stapel, 50 Karten im Talon ohne neues Austeilen, Verschieben nur gleichfarbig, jede Karte in leere Felder. Angenommen: kein Nachgeben bei leerem Feld; im Browser haben wir das nicht geprüft.
- Nachbau. Ein Programm, das nur erlaubte Züge ausführt.
- Austeilen. 2.000 nummerierte Partien (Seeds 100001 bis 102000).
- Spieler. Derselbe Computerspieler wie bei einer und zwei Farben: nur offene Karten, 250 Stellungen Vorausschau, kein Rückgängig.
- Durchlauf. Alle 2.000 Partien, halb so viele wie bei den anderen Stufen, jeweils bis zum Sieg oder bis kein sinnvoller Zug mehr blieb.
- Vergleich. Einen eigenen Löser, der alle Karten kennt, haben wir für Spider nicht gebaut. Als Obergrenze nutzen wir deshalb die veröffentlichten 98,5 % von Blake & Gent.
- Unsicherheit. Bei nur 4 Siegen ist der 95-%-Bereich breit: von 0,08 % bis 0,5 %.
- Grenzen. Unser Programm ist bei vier Farben sehr schwach. Die 0,2 % zeigen, wie schwer das Spiel ohne Planung ist, nicht wie oft Sie gewinnen können.
Die Technik dahinter
Die Simulation ist in Python 3.11 geschrieben und nutzt nur die Standardbibliothek. Das Modul spider.py enthält Spielregeln und Computerspieler für alle drei Stufen; das Skript runner.py verteilt die 2.000 Partien auf 19 parallele Prozesse. Der Lauf dauerte rund dreieinhalb Minuten. Die Zahl der Züge pro Sieg nennen wir hier nicht, denn es gab nur vier Siege. Die 95-%-Bereiche sind Wilson-Intervalle, die auch bei sehr seltenen Ereignissen sinnvolle Grenzen liefern.
Ein KI-Assistent (Claude von Anthropic) hat beim Code, bei dessen Prüfung und beim Entwurf dieses Textes mitgeholfen. Die Zahlen hat er nicht geliefert: Jede stammt aus dem ausgeführten Programm oder aus der zitierten Studie und wurde von unserem Team geprüft.
Von Admin, spidersolitairekostenlos.de. Stand der Untersuchung: 18. September 2026.
Häufig gestellte Fragen
Ist Spider mit 4 Farben überhaupt zu gewinnen?
Ja, fast immer, wenn man perfekt spielt: 98,5 % der Partien sind laut Forschung lösbar. In der Praxis gewinnen Menschen deutlich seltener.
Wie viele Partien sollte ich einplanen?
Rechnen Sie mit vielen Niederlagen. Nutzen Sie Rückgängig und Neustart, um aus jeder Partie zu lernen.
Soll ich vorher die leichteren Stufen spielen?
Unbedingt. Eine Farbe lehrt das Leeren von Stapeln, zwei Farben das saubere Trennen der Farben.
Gibt es eine Zeitbegrenzung?
Nein. Es läuft keine Uhr, die Sie drängt. Zeit und Züge werden nur für Ihre eigene Statistik angezeigt.
Was spiele ich, wenn ich eine Pause brauche?
Golf Solitär ist schnell und entspannt, FreeCell zeigt alle Karten offen. Die ganze Auswahl steht auf der Spieleübersicht.

