Spider Solitär mit 2 Farben: wo aus Ordnung plötzlich Stillstand wird
Zwei Farben klingen nach einer kleinen Änderung. In unseren Messungen war es der größte Sprung der ganzen Spider-Familie: Derselbe Computerspieler, der mit einer Farbe 52,8 % der Partien gewann, schaffte mit zwei Farben nur noch 5,7 % von 4.000 Partien. Die Karten sind dieselben, die Stapel auch. Geändert hat sich nur, dass Pik und Herz nun gemischt auf dem Tisch liegen.
Diese Seite erklärt, woran das liegt, und vor allem, wie Sie als Mensch weit über diese Quote hinauskommen. Denn unser Programm hat zwei große Schwächen, die Sie nicht haben: Es plant nur kurz voraus und nimmt nie einen Zug zurück.
Gemessen: Spider mit 2 Farben
| Kennzahl | 2 Farben | zum Vergleich: 1 Farbe |
|---|---|---|
| Gewonnene Partien | 5,7 % (5,0-6,5 %) | 52,8 % |
| Fertige Reihen pro Partie (von 8) | 0,825 | 4,96 |
| Partien mit mindestens 4 fertigen Reihen | 6,3 % | 56,9 % |
| Züge pro gewonnener Partie | 154,6 | 117,5 |
| Stapel vor dem ersten Nachgeben geleert | 0,5 % (21 Partien) | 1,3 % (52 Partien) |
| Davon gewonnen | 15 von 21 | 51 von 52 |
Alle Werte: 4.000 Partien pro Stufe, Computerspieler ohne Blick auf verdeckte Karten und ohne Rückgängig. In Klammern der 95-%-Bereich.
Die Regeln bei zwei Farben
Aufbau und Ablauf gleichen der Variante mit einer Farbe: 104 Karten, zehn Stapel mit sechs beziehungsweise fünf Karten, 50 Karten im Talon, der fünfmal je eine Karte auf jeden Stapel verteilt. Neu ist die Mischung aus zwei Farben, hier Pik und Herz.
- Anlegen dürfen Sie weiterhin in jeder Farbe: Eine Herz-Sieben passt auf eine Pik-Acht.
- Verschieben dürfen Sie eine Folge aber nur, wenn alle Karten darin dieselbe Farbe haben.
- Ablegen wird nur eine vollständige Reihe vom König bis zum Ass in einer einzigen Farbe.
- In leere Felder darf jede Karte oder gleichfarbige Folge.
Warum die zweite Farbe so viel kostet
Stellen Sie sich einen Stapel vor: Pik-Neun, darauf Herz-Acht, darauf Pik-Sieben. Das sieht ordentlich aus und ist regelkonform gebaut. Bewegen können Sie diese drei Karten aber nicht gemeinsam, weil die Farbe zweimal wechselt. Um die Pik-Neun zu erreichen, müssen Sie Karte für Karte umlagern, und dafür fehlt meist der Platz.
Genau das spiegeln die fertigen Reihen: Mit einer Farbe schloss unser Computerspieler im Schnitt fast fünf Reihen pro Partie ab, mit zwei Farben 0,825. Die Stapel füllen sich mit gemischten Folgen, die niemand mehr bewegen kann, und nach dem letzten Austeilen ist das Spiel vorbei.
Auffällig ist auch die Länge der Siege: 154,6 Züge statt 117,5. Gewonnene Partien mit zwei Farben brauchen deutlich mehr Umsortieren.
Planen mit zwei Farben
Gleichfarbig zuerst, auch wenn es langsamer ist
Haben Sie für eine Karte zwei mögliche Ziele, wählen Sie das gleichfarbige. Eine gemischte Verbindung ist fast immer eine spätere Blockade.
Gemischte Folgen nur als Übergang
Manchmal müssen Sie eine Herz-Karte auf eine Pik-Karte legen, um eine verdeckte Karte freizuspielen. Das ist in Ordnung, solange Sie wissen, wie Sie die Verbindung später wieder auflösen.
Das leere Feld ist noch wertvoller
Ein Stapel wurde vor dem ersten Nachgeben nur in 0,5 % unserer Partien frei, in 21 von 4.000. Von diesen gewann der Computerspieler 15, also rund 71 %, gegenüber 5,7 % insgesamt. Die Stichprobe ist klein, doch der Abstand ist enorm. Ein leeres Feld erlaubt Ihnen, gemischte Folgen Stück für Stück zu entwirren.
Rückgängig gezielt nutzen
Unser Programm nimmt nichts zurück. Sie schon. Wenn ein Austeilen eine gute Stellung zerstört, gehen Sie zurück und ordnen Sie erst noch weiter.
Typische Fehler bei zwei Farben
- Gemischte Folgen bauen, nur weil die Ränge passen.
- Den Talon zu früh nutzen, bevor gleichfarbige Folgen sortiert sind.
- Ein leeres Feld für eine einzelne Karte opfern, statt damit Folgen zu trennen.
- Nach wenigen Niederlagen zurück zu einer Farbe wechseln. Zwei Farben brauchen Übung.
Einordnung
Ist Spider mit zwei Farben einfach zu schwer? Nein. Die Studie von Blake & Gent (University of St Andrews, JAIR 2026) zeigt, dass sogar Spider mit vier Farben zu 98,5 % lösbar ist, wenn man alle Karten kennt. Die geringe Quote unseres Programms zeigt, wie viel Planung diese Stufe verlangt, nicht wie viele Partien verloren sein müssen.
Wer eine Stufe zurückgehen möchte, spielt Spider mit einer Farbe. Die Königsdisziplin ist Spider mit 4 Farben.
Unser Vorgehen Schritt für Schritt
Im September 2026 hat unser Team gemessen, wie stark die zweite Farbe das Spiel auf dieser Seite verändert. Dafür lief derselbe Computerspieler auf beiden Stufen.
- Regeln aus dem Code. Für zwei Farben verwendet das Spiel dieser Seite zwei Farben mit je 52 Karten; wir haben Pik und Herz gewählt. Anlegen in jeder Farbe, Verschieben nur gleichfarbig, jede Karte in leere Felder. Angenommen: kein Nachgeben bei leerem Feld (nicht im Browser geprüft).
- Nachbau. Das Spiel wurde als Programm umgesetzt, das nur erlaubte Züge ausführt.
- Austeilen. 4.000 nummerierte Partien (Seeds 100001 bis 104000), dieselben Startzahlen wie bei einer Farbe.
- Spieler. Ein Computerspieler, der nur offene Karten kennt, 250 Stellungen vorausrechnet und nichts zurücknimmt.
- Durchlauf. Alle 4.000 Partien bis zum Sieg oder bis kein sinnvoller Zug mehr blieb.
- Vergleich. Für zwei Farben gibt es keine veröffentlichte Vergleichszahl. Als Obergrenze der Schwierigkeit dient der Wert von 98,5 % für vier Farben aus der Fachliteratur.
- Unsicherheit. Die wahre Quote unseres Programms liegt mit 95 % Sicherheit zwischen 5,0 % und 6,5 %.
- Grenzen. Bei zwei Farben ist unser Computerspieler schwach. Die 5,7 % sind eine sehr vorsichtige Untergrenze für Menschen.
Die Technik dahinter
Die Simulation läuft in Python 3.11 ohne Zusatzbibliotheken. Das Modul spider.py kennt alle drei Stufen, die Anzahl der Farben ist nur ein Parameter. Parallel verteilt werden die Partien über runner.py auf 19 Prozesse. Die Bewertung des Computerspielers belohnt gleichfarbige Verbindungen mit 30 Punkten, andersfarbige nur mit 3, bestraft jede verdeckte Karte mit 25 Punkten und gibt 40 Punkte für jedes leere Feld. Der Lauf mit zwei Farben dauerte etwa 14 Minuten. Die 95-%-Bereiche berechnen wir als Wilson-Intervall.
Unterstützt hat uns dabei ein KI-Assistent (Claude von Anthropic), beim Programmieren, beim Prüfen des Codes und beim ersten Entwurf dieser Seite. Die Ergebnisse selbst hat die KI nicht erzeugt: Sie stammen aus dem Programmlauf und wurden von unserem Team kontrolliert.
Von Admin, spidersolitairekostenlos.de. Stand der Untersuchung: 18. September 2026.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel schwerer sind zwei Farben als eine?
Für unseren Computerspieler etwa neunmal: 5,7 % statt 52,8 % gewonnene Partien. Für Menschen mit Rückgängig ist der Abstand kleiner, aber deutlich spürbar.
Welche Farben werden verwendet?
Zwei der vier Kartenfarben, jeweils doppelt. In unserer Simulation haben wir Pik und Herz eingesetzt.
Lohnt sich der Tipp-Knopf?
Ja, gerade bei zwei Farben. Er zeigt Züge, die leicht zu übersehen sind.
Wie lange dauert ein Sieg?
Unser Programm brauchte im Schnitt 154,6 Züge. Planen Sie ruhig etwas mehr Zeit ein als bei einer Farbe.
Muss ich mich anmelden?
Nein. Spielen Sie kostenlos im Browser, ohne Download, Konto oder E-Mail-Adresse.
Was ist eine gute Abwechslung?
Baker's Solitär verlangt ebenfalls Aufbau in gleicher Farbe, allerdings mit offenen Karten. Weitere Spiele finden Sie auf der Spieleübersicht.

